
Klingende Landschaften – Schumanns Liederkreis Op. 39
Was geschieht, wenn Musik Räume und Landschaften im Klang entstehen lässt – Wälder, Burgruinen, mondhelle Nächte oder endlose Ferne? Dieser Frage widmet sich ein Liederabend, der Konzert und wissenschaftliches Gespräch zu einem gemeinsamen Hör- und Denkraum verbindet.
Im Zentrum steht Robert Schumanns Liederkreis op. 39 — zwölf Vertonungen von Gedichten Joseph von Eichendorffs, entstanden 1840. Schumann selbst nannte den Zyklus sein „romantischstes“ Werk. Seine Lieder entfalten ein dichtes Geflecht aus Wald, Einsamkeit, Fremde und Zwielicht — keine hübschen Naturbilder, sondern Seelenlandschaften, in denen sich Innen- und Außenwelt kaum mehr trennen lassen.
Der Geograph Tobit Nauheim moderiert den Abend und stellt die Frage, wie Räumlichkeit im Kunstlied entsteht. Im Gespräch mit den Künstlern werden ausgewählte Lieder des Zyklus gemeinsam betrachtet: Wie greifen Text und Musik ineinander? Wie nah bleibt Schumann dabei an Eichendorffs Gedichten — und wo entfernt er sich von ihnen? Und wie übersetzen Sänger und Pianist die imaginären Räume in gelebte Aufführungspraxis?
Für die Interpretation konnten Konstantin Paganetti und Toni Ming Geiger gewonnen werden.
Ein Konzert des Hamburg Institute for Advanced Study HIAS
Programm
Block I — Hören und Gespräch
Ausgewählte Lieder des Zyklus im Wechsel von Aufführung und Gespräch
Pause (ca. 10 Minuten)
Block II — Der vollständige Liederkreis op. 39
Dr. Tobit Nauheim | Historische Geographie
Konstantin Paganetti | Bariton
Toni Ming Geiger | Klavier